Kleinregion Ebreichsdorf

Modellregionen Klimafonds

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Programms „Klima- und Energiemodellregion" durchgeführt.

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Juli 2019: Nachhaltig leben: 1. Reisen und Ernährung

In den letzten Wochen und Monaten wurde das Thema Klimakrise zu einem ständigen Begleiter in den Nachrichten. Die Zeit wird knapp, um noch das Schlimmste zu verhindern. Wir müssen jetzt schon 6% CO2-Emissionen pro Jahr reduzieren! Schauen wir mal auf unsere Gewohnheiten. Wir haben für Sie ein paar einfache Tipps zusammengetragen, die Sie in Ihrem Alltag anwenden können, ohne dabei gleich auf alles verzichten zu müssen. 

Nachhaltig reisen

Fliegen zählt zu den größten persönlichen Klimasünden – soweit so klar. Jedoch wissen wir auch, dass man in Zeiten der Globalisierung die Uhr nicht einfach auf Null stellen kann und viele nicht völlig auf das Reisen verzichten wollen. Darum hier einige Faustregeln für nachhaltiges Reisen:

Kurzstreckenflügen vermeiden.

Übers Wochenende zum Shopping nach Mailand oder ein romantisches Wochenende in Paris? Kurzstreckenflüge haben pro Flugkilometer den höchsten CO2-Ausstoß. Viele Reiseziele lassen sich auch problemlos mit umweltfreundlicheren Mitteln wie Bahn (Nachtzug!) oder Bus bewältigen. 

Grundsätzlich gilt: Alles unter 700 km Entfernung muss nicht geflogen werden.

CO2-Kompensationen nutzen.

Wenn sich Flüge nicht vermeiden lassen, können zumindest die CO2-Emissionen kompensiert werden. Klingt kompliziert, ist aber ganz einfach: Reisende zahlen freiwillig einen entfernungsabhängigen Betrag, um die Treibhausgasemissionen an anderer Stelle auszugleichen. Durch das bezahlte Geld werden Klimaprojekte vorangetrieben und dadurch wieder CO2 eingespart. Anbieter sind z.B. reisebunt, Atmosfair oder myClimate.

Die Reisedauer anpassen.

Sie planen derzeit eine Woche Rundreise durch Costa Rica? Das ist nicht nur stressig, sondern steht auch in keinem Verhältnis zur Klimaschädigung. Wenn Sie einen Langstreckenflug buchen, dann nehmen Sie sich auch ausreichend Zeit, um das besuchte Land zu erkunden. Die Faustregel ist: ab 700 km sollten Sie mindestens acht Tage und ab 2.000 km mindestens 15 Tage Aufenthalt einplanen.

Fernreisen sind Luxus.

Muss der Strandurlaub unbedingt in die Karibik führen oder könnten Sie auch an einem österreichischen See Entspannung finden? Fernreisen sind nicht tabu, aber sie sollten in Maßen und nicht jedes Jahr genossen werden. So bleibt auch die Vorfreude auf die nächste größere Reise erhalten.

Reisetipps

  • Bus oder Bahn für Kurzstrecke (unter 700 km) 
  • Für Flugreisen: CO2-Kompensationen kaufen
  • Ab 700 km: längeren Aufenthalt planen
  • Fernflüge als Ausnahme behandeln 

Nachhaltig essen

Gerade im Bereich der Ernährung ist in unserem Land, wenn es um Nachhaltigkeit geht noch viel Luft nach oben. Österreich hält in der EU einen ungesunden Rekord: 100 kg Fleisch isst jede/jeder durchschnittlich pro Jahr, womit wir 29% mehr Fleischprodukte und 80% mehr tierische Fette als der EU-Durchschnitt zu uns nehmen. Rund ein Viertel unseres ökologischen Fußabdrucks – darunter versteht man die Fläche, die ein Mensch rechnerisch für seine Bedürfnisse verbraucht – ist auf die Ernährung zurückzuführen. 

2.500 kg CO2 pro Person und Jahr verursacht der Nahrungsmittelkonsum in Österreich. Das entspricht einer Strecke mit dem Auto von Wien nach Peking. Davon entstehen 43% alleine durch Fleisch(-produkte). Zählt man noch die indirekten Emissionen, die etwa durch die Umwandlung von Wald in Ackerbauflächen entstehen dazu, dann könnte man noch einmal eine Strecke von Wien nach Istanbul zusätzlich zurücklegen. Hier ein paar einfache Tipps, wie man durch kleine Umstellungen in der Ernährung gesünder lebt und dadurch das Klima schont: 

Saisonalität beachten.

Erdbeeren im Winter? Kaufen Sie Obst und Gemüse, das zur jeweiligen Saison geerntet wird. Woran erkennt man das? Auf jedem Produkt steht das Herkunftsland. Obst und Gemüse aus Österreich ist vorzuziehen. Obst und Gemüse aus Europa ist zwar nicht ideal, aber immer noch akzeptabel. Ein No-Go sind frisches Obst und Gemüse von anderen Kontinenten, die es in Europa grundsätzlich auch gibt: z.B. Weintrauben aus Chile. Saisonales Obst und Gemüse ist nicht nur klimaschonend, sondern schmeckt auch besser.

Weniger Fleisch auf den Teller.

Es muss nicht jeden Tag und nicht zu jeder Mahlzeit Fleisch serviert werden. 14 Mal die Woche (täglich mittags und abends) ist einfach zu viel – für die eigene Gesundheit und das Klima. Die Faustregel ist: Ein bis vier Mal pro Woche Fleisch ist in Ordnung! Greifen Sie dabei aber bevorzugt zu weißem und vermeiden Sie rotes Fleisch (vor allem Rind).

Fisch: ja, aber gezielt.

Wir alle wissen, Fisch ist gesund und liefert wichtige Omega 3-Fettsäuren. Einmal die Woche Fisch auf dem Teller ist allerdings ausreichend. Achten Sie aber vor allem darauf, dass Sie nicht gefährdete Fischarten kaufen, wie etwa Thunfisch. 

Tierische Produkte gut auswählen.

Gerade durch die Ausbreitung des Veganismus sind Milchprodukte ein umstrittenes Thema. Wenn Sie jedoch nicht darauf verzichten wollen, gibt es auch hier ein paar einfache Regeln für nachhaltigen Konsum: Für Käse lautet die Devise: Weichkäse vor Hartkäse, da dieser in der Herstellung weitaus mehr CO2 verursacht. Für Eier gilt: Bio-Freilandeier sind hier das Beste – Eier aus Bodenhaltung hingegen nicht. 

Lieber „bio“ kaufen.

Ideal ist der Kauf von österreichischen Bioprodukten. Manche davon sind im Einzelhandel vergleichsweise teuer.  Aber schon mit einem Einkauf pro Woche in „Bio“-Qualität haben Sie etwas Positives für die Umwelt getan. Günstiger und vor allem auch regionaler ist der Ab-Hof Einkauf direkt beim Biobauern in Ihrer Umgebung. Da können Sie sicher sein, dass die Lebensmittel frisch, regional und saisonal sind.

Quellen:

Tipps zum nachhaltigen Reisen
Tipps zu einer nachhaltigen Ernährung

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  • Persönliche Erreichbarkeit von Herrn Wagenhofer mittwochs von 14:00 Uhr – 17:00 Uhr im Rathaus Ebreichsdorf und gegen Terminvereinbarung

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