Amtsleiter:innen im Austausch: Verwaltung gemeinsam weiterdenken
Beim Treffen der Amtsleiter:innen standen aktuelle Anforderungen an Gemeinden und mögliche strategische Schwerpunkte der Kleinregion im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem Energiebuchhaltung, Energieeffizienz, Klimastrategien, saubere Kommunalfahrzeuge, Hitzeschutzkonzepte und Fragen des Arbeitnehmerschutzes.
Gerade für Gemeindeverwaltungen ist dieser Austausch besonders wertvoll. Viele gesetzliche und organisatorische Anforderungen betreffen alle Gemeinden gleichermaßen. Dennoch müsste jede Gemeinde für sich allein Lösungen erarbeiten, Unterlagen erstellen, Erfahrungen sammeln und geeignete Fachinformationen zusammentragen. Durch die regionale Abstimmung können Gemeinden voneinander lernen und vorhandene Erfahrungen besser nutzen. Die Kleinregion übernimmt dabei eine koordinierende Rolle übernehmen, Schulungen organisieren, Fachwissen bündeln und Gemeinden bei wiederkehrenden Aufgaben entlasten.
Bauhöfe im Fokus: Klimawandel wird im Alltag sichtbar
Das zweite Vernetzungstreffen richtete sich an Bauhofmitarbeitende und behandelte sehr praxisnah die Folgen des Klimawandels im öffentlichen Raum. Im Mittelpunkt standen Neophyten, Trockenheit, Hitze und die Anpassung der Grünraumpflege.
Diese Themen betreffen die Arbeit der Bauhöfe unmittelbar. Öffentliche Grünflächen müssen gepflegt, Bäume erhalten, Staudenbeete bewässert, invasive Pflanzen erkannt und fachgerecht bekämpft werden. Gleichzeitig nehmen Trockenperioden, Hitzebelastung und Starkregenereignisse zu. Dadurch verändern sich die Anforderungen an Pflege, Pflanzenauswahl, Bewässerung und Entsorgung.
Ein Schwerpunkt war das Neophytenmanagement. Invasive Pflanzen wie Ragweed, Götterbaum, Japanischer Staudenknöterich oder Riesen-Bärenklau können gesundheitliche, ökologische und infrastrukturelle Probleme verursachen. Ragweed ist stark allergen, der Götterbaum extrem invasiv, der Japanische Staudenknöterich schwer zu bekämpfen und der Riesen-Bärenklau gesundheitsgefährdend. Für Gemeinden ist daher entscheidend, diese Pflanzen frühzeitig zu erkennen, Vorkommen zu dokumentieren, Bekämpfungsmaßnahmen abzustimmen und die richtige Entsorgung sicherzustellen.
Gerade hier bringt regionale Kooperation einen erheblichen Nutzen. Neophyten halten sich nicht an Gemeindegrenzen. Wenn jede Gemeinde isoliert handelt, entstehen Lücken in Monitoring und Bekämpfung. Durch Austausch können einheitlichere Vorgehensweisen entwickelt werden: Wo wird beobachtet? Welche Bestände haben Priorität? Welche Bekämpfungsmethoden funktionieren? Wie wird mit Schnittgut oder Pflanzenmaterial umgegangen? Wie kann die Bevölkerung informiert werden?
Die beiden Treffen zeigen, dass Wissensaustausch keine abstrakte Verwaltungsübung ist, sondern unmittelbar im Arbeitsalltag wirkt. Gemeinden sparen Ressourcen, wenn sie vorhandenes Wissen teilen, statt dieselben Fragen mehrfach zu bearbeiten. Sie gewinnen Sicherheit, wenn rechtliche Anforderungen gemeinsam besprochen werden. Sie profitieren von Praxiserfahrungen anderer Gemeinden, etwa bei kommunalen Fahrzeugen, Hitzeschutz, Grünraumpflege oder Neophytenbekämpfung.








